Da hätte sich der Gründervater Leopold Khals, Bergmeister aus Bad Ischl, wohl sehr gefreut. 1925 hat er den ersten Pfeifertag ins Leben gerufen. Damals war die Sorge groß, dass die Kenntnis von dem Instrument verloren geht. 100 Jahre später ist das Seitlpfeifen oder Schwegelpfeifen lebendiger denn je. Dank seiner Idee, nach Leuten zu suchen, die noch das „Hölzl“ spielen konnten.

Ihm gelang es, immer am 15. August, die wenigen Seitlpfeifer, die es in den drei Teilen des Salzkammergutes noch gab, auf einer Alm zusammenzurufen. Er notierte auch die  Landler, Steirer, Schleunigen und Jodler, die noch in der Überlieferung lebendig waren. Ebenso taten es der Volksmusikforscher Raimund Zoder und Adolf Ruttner.

Auch in Tirol besann man sich dieses alten Instrumentes. Adalbert Koch sammelte die alten Schützenmärsche, zu denen schon Andreas Hofer mit seinen Schützen ausgerückt war, und veröffentlichte sie.

Über 20 Pfeifergruppen aus dem Alpenraum, vorwiegend aus dem Salzkammergut, hatten sich am 15. August auf der Blaa-Alm bei Altaussee eingefunden, auch die Telfer Schützenschwegler. Dazu natürlich hunderte begeisterte Zuhörer, alles ohne Mikrophon und ohne Lautsprecher.

Kurt Simentschitsch, der Pfeifervater hatte wieder eingeladen.

Auf der Blaa-Alm selber und auf zwei benachbarten Hütten gab es Essen, Getränke und überall wurde musiziert.

Den ganzen Tag waren fröhlicher Pfeiferklänge, meist begleitet von der dumpfen Schützentrommel zu hören.

Während die Pfeifergruppen aus dem Salzkammergut  ihre Landler, Steirer, Schleunige (im 5-Achtel-Takt) und Jodler vortrugen, spielten wir Telfer unsere altüberlieferten Tiroler Schützenmärsche. In unseren malerischen Trachten, besonders in Begleitung von drei hübschen Marketenderinnen, erregten wir einiges Aufsehen.

Um die Schwegelpfeife für die kommenden Generationen zu sichern, wurde sie unter dem Titel: „Seitlpfeife-Erzeugung und Spielpraxis“ in die österreichische Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Dies sorgte allenthalben für große Freude, wie auch die Festschrift mit CD:  „100 Jahre Pfeifertag“. 20 Pfeifergruppen aus dem Salzkammergut sind darauf verewigt.

Leider gab der Pfeifervater, Kurt Simentschitsch, bei seiner launigen Rede nach 36 Jahren seinen Rücktritt bekannt. Es gibt aber Nachfolger, die sich schon in diesem Jahr hervorgetan haben.

So freuen wir uns wieder auf nächstes Jahr, wo der Pfeifertag, wie üblich am 15.August, auf der Rettenbachalm bei Bad Ischl stattfinden wird.

 

Peter Reitmeir

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